Frau mit Melone, zu gleichen Teilen teilen. So wie bei Steuerklasse 4.

Mehr Netto vom Brutto: Liebling, ich nehme Steuerklasse 4!

20. Nov 2017

“Da bleibt ja überhaupt nichts übrig am Monatsende. Wozu gehe ich denn Arbeiten!”

Kennen Sie als Ehe-Frau mit Job diesen Frustsatz? Oder haben eine Freundin, die das beklagt? Dass bei der monatlichen Gehaltsabrechnung vom Lohn – sagen wir mal 2.500 € – noch nicht einmal die Hälfte an Sie überwiesen werden, sondern nur etwa 1.350 €?

Und der Ehe-Mann oder die Ehe-Frau fast keine Steuerabzüge hat? 

Frustrierend: so wenig Netto vom Brutto

Wenn auch Sie frustriert sind von zu wenig Netto vom Brutto – lassen Sie uns über Steuerklassen reden. Muss sein. Auch wenn es dröge ist.

Kennen Sie Ihre? Meist sehen mich Frauen mit großen Augen an, wenn ich das frage, und sagen: “Weiß ich gar nicht …”

Was ist mit Ihnen?

Damit sich Lohn-Frust wieder in Lust verwandelt, in Lust auf den Job, der finanzielle Unabhängigkeit und eigene Rentenansprüche sichert, müssen Sie als Ehe-Frau Ihre Steuerklasse kennen. Und die richtige wählen! Denn Sie haben eine Wahl.

Oft ist die Lösung einfach. Sie besteht im Wechsel der Steuerklasse – hin zu Steuerklasse 4. Die meisten (Ehe)Frauen, die denken, es lohne sich nicht zu arbeiten, weil ja eh kaum Lohn “übrig” bleibt, haben Steuerklasse 5 – und zahlen dadurch einen Teil der Steuern ihres Partners mit. So ist der steuerliche Deal.

Sie kennen die Steuerklasse 4 nicht oder nicht wirklich? Dann mal los:

Eine kurze Steuerklassen-Kunde

Mit der Steuerklasse regelt das Finanzamt, wie viel Steuern über das Jahr monatlich (voraus) zu zahlen sind. Mit den einzelnen Steuerklassen werden verschiedene Freibeträge gewährt und verteilt.

Für Singles gibt es nur eine Steuerklasse, für Alleinerziehende ebenso. Singles haben Steuerklasse 1, ledige Menschen mit Kind(ern) die 2. Mehr ist nicht drin, und ein Wahlrecht gibt es auch nicht.

Bei Verheirateten sieht das anders aus. Sie privilegiert der Staat. Sie dürfen beim Finanzamt verschiedene Steuerklassenkombination wählen, in engen Grenzen zwar, aber immerhin.

Die Rede ist von den Steuerklassen 3,4 und 5. Wild durcheinander würfeln ist aber auch hier nicht. Das Finanzamt gibt die Kombinationen vor.

Steuerprivileg für Ehe-Paare

Ehe-Paare dürfen entweder die Steuerklassen 3 und 5 kombinieren – oder beide die Steuerklasse 4.

  • der Klassiker ist: der hoch Verdienende (oft Mann) wählt Steuerklasse 3, der weniger verdienende (eher die Frau) Steuerklasse 5
  • beide lassen sich Steuerklasse 4 auf der Lohnsteuerkarte eintragen

Für Frauen mit eigenem Einkommen ist die Steuerklasse 4 die bessere Wahl als die “klassische” Kombi 3 und 5. Denn – Sie ahnen es: Es bleibt für sie mehr Netto vom Brutto! Das aber ist nur ein Vorteil. Es gibt weitere:

Vorteile der Steuerklasse 4
 Sicherheit: mit Steuerklasse 4 drohen keine Steuer-Nachzahlungen
 Es bleibt mehr Netto vom Brutto
 Einkommen sind partnerschaftlich gleichwertig

 

Der letzte Punkt, dass das Einkommen der Paare gleichwertig behandelt wird, sei eine der größten Stärken der Steuerklasse 4, sagt Steuerberaterin Benita Königbauer. Mit ihr habe ich mich über die Steuerklasse 4 unterhalten.

Denn: Mit der 4 stellen sich Ehe-Partner gegenüber der Steuer so, als ob sie Single wären. Sie zahlen folglich gemäß des eigenen Einkommens ihre Steuern.

Steuerlich gleichwertige Einkommen

Nur so viel Steuern zu zahlen, wie das eigene Einkommen es verlangt, ist für Sie als Frau besonders dann wichtig,

  • wenn Sie weniger verdienen als Ihr Mann.
    UND:
  • Sie in der Ehe getrennte Konten und Kassen haben.

Und mal ehrlich: Es ist auch für einen selbst wichtig. Schon das “weniger verdienen” als der Ehe-Mann oder die Ehe-Frau fühlt sich nicht besonders gut an. Und wenn dann auch noch ein Teil der Lohnsteuern des eigenen Mannes oder Frau mitgezahlt wird, obwohl er/sie ja viel mehr verdient, kann das vollends in das Gefühl münden: Meine Arbeit ist nicht viel wert.

Aber das ist verheerend. Die Erwerbsarbeit von Mann und Frau ist gleich viel wert, egal, welche Höhe das Einkommen hat. Jeder trägt seinen Teil zum gemeinsamen Leben bei. Keiner ist wichtiger oder wertvoller. Deshalb ist die Wahl der Steuerklasse 4 eine bewusste Entscheidung für “gleiche Augenhöhe” auch beim Einkommen in einer Ehe.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Wieso zahle ich denn mit Steuerklasse 5 – Mann Steuerklasse 3 – einen Teil der Lohnsteuern meines Ehe-Partners mit? Berechtigte Frage!

Gehen wir das mal durch:

Steuerklasse 3/5: Der so genannte Klassiker

Steuerberater predigen es, als hätten wir noch 1950: Der Mann nimmt Steuerklasse 3, die Frau 5 – dann fallen weniger Steuern an. Der Mann ist dabei der Hochverdiener, die Frau arbeitet Teilzeit oder hat ein niedrigeres Einkommen.

Der Mann zahlt durch diese Steuerklassenwahl weniger Steuern als er eigentlich mit seinem Einkommen müsste. Er erhält also viel Netto vom Brutto. Die Frau zahlt dagegen viel mehr Steuern, als sie wiederum müsste, erhält damit sehr wenig Netto vom Brutto.

Wie das? Die Ehe-Leute verteilen bei der Kombi 3/5 fast alle Steuervorteile auf den Hochverdienenden mit der 3. Also oft den Mann.

Der Staat gewährt jedem Erwerbstätigen einen Grundfreibetrag, auf den keine Steuern zu zahlen sind. 2017 beträgt dieser 8.820 €. Wer nun Steuerklasse 5 hat, bei dem wird dieser Grundfreibetrag nicht berücksichtigt. Er wird stattdessen dem Ehe-Partner zugeschlagen. Der hat dann zwei Grundfreibeträge. Das senkt das zu versteuernde Einkommen massiv. Bei Steuerklasse 5 dagegen wird nichts abgezogen.

Zum Verdeutlichen eine Rechnung:

Mit der Steuerklasse 4 stellen Frauen sich besser als mit Steuerklasse 5

Dass der eine den Grundfreibetrag des anderen quasi geschenkt bekommt, fällt dann nicht ins Gewicht, wenn Ehe-Leute gemeinsame Kasse machen und beide gleichberechtigt auf das gemeinsame Einkommen zugreifen.

Die Geringverdienenden werden aber dann benachteiligt, wenn jeder sein eigenes Konto hat und vereinbart ist: Jeder gibt einen Teil seines Einkommens auf ein gemeinsames Konto, von dem das gemeinsame Leben bezahlt wird. Denn derjenige mit Steuerklasse 5 verzichtet ja auf einen Teil seines Einkommens zugunsten des mit Steuerklasse 3. Wird dieser Effekt nicht berücksichtigt, wird es schräg.

Denkfehler: Weniger Steuern bei 3/5

Auch wenn Steuerberater gern dieses 50er-Jahre-Mantra singen – mit 3/5 zahlen Sie als Ehe-Paar weniger Steuern – wird dieses Argument nicht wahr. Die gemeinsame Steuerlast wird nur anders verteilt und zeitlich gestreckt. Deshalb müssen Paare, die 3/5 wählen, am Jahresende auch eine Steuererklärung abgeben.

Am Jahresende nämlich schmeißt das Finanzamt beide Einkommen in einen imaginären Topf, zieht Frei-, Pauschbeträge und Sonderausgaben ab, teilt bei Zusammenveranlagung alles durch zwei und berechnet dann die Jahreslohnsteuer. Die bereits gezahlten Steuern werden dagegengerechnet.

Steuern “sparen” können Ehe-Paare mit der Wahl der Steuerklasse also nicht. Egal, welche Steuerklassen-Kombination sie wählen. Entscheidend für die Höhe der Steuer ist das gemeinsame erzielte Lohneinkommen.

Die Wahl 3/5 hat sogar einen sehr entscheidenden Nachteil, betont Steuerberaterin Königbauer: Oft wird dadurch während des Jahres insgesamt zu wenig Steuer abgezogen und damit eine kräftige Steuer-Nachzahlung fällig.

Steuerklasse 4/4: für Frauen die bessere Wahl

Die Kombination der Steuerklasse 4 empfehlen Steuerberater meist nur Paaren mit gleich hohem Einkommen. Auch so ein Ding aus der gesellschaftlichen Mottenkiste.

Die Steuerklasse 4 ist für erwerbstätige Ehe-Frauen immer die richtige Wahl. Egal wie unterschiedlich hoch die Einkommen der Ehe-Leute sind. Wieso nochmal?

Weil bei Steuerklasse 4 jeder seine eigenen Freibeträge erhält und damit nur Steuern gemäß seines/ihres Einkommens abgeben muss.

Die Steuerklasse 4 lässt sogar eine gewisse Optimierung zu. Muss Frau nicht machen. Kann sie aber.

Steuerklasse 4/4 mit Faktor: für Fortgeschrittene

Stellen Sie sich den “Faktor” wie eine Art Schieberegler vor. Mit dem Faktor können Sie einen Teil Ihres persönlichen, steuerlichen Grundfreibetrags auf Ihren Mann oder die Partnerin übertragen. Den Faktor beantragen Sie beim Finanzamt. Verarbeitet wird er in der Gehaltsabteilung des Arbeitgebers.

Klingt kompliziert, dieses “Faktorverfahren”. Ist es aber nicht. Schauen Sie sich mal den Steuerrechner des Finanzministeriums an.

Hier können Sie prüfen, ob die “Steuerklasse 4 mit Faktor” gut für Sie ist.
Klicken Sie auf den Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums.
(Achtung: Geben Sie Ihr JAHRES-Einkommen ein, nicht das monatliche.)

Und was jetzt?

Wenn Sie heiraten verpasst Ihnen der Staat automatisch die Steuerklasse 4. Der Berufsstand der Steuerberater empfiehlt aber immer noch oft, diese Steuerklasse zu wechseln. Hin zum “Klassiker” 3/5. Mann wenig Steuern, Frau viel Steuern. 🙁  Müssen Sie bekanntlich nicht mitmachen.

So wechseln Sie die Steuerklasse

Sie können Ihre Steuerklasse jedes Jahr ändern. Immer bis zum 30. November. Nur in Ausnahmefällen erlaubt das Finanzamt den häufigeren Wechsel. Leider geht der Wechsel nicht Online oder via Elster-Portal, dem Online-Portal der Finanzämter. Die Steuerverwalter verlangen nach dem Papierformular! Aber das ist auch schnell ausgefüllt.

Das Wichtigste: Keine Angst vor dem Steuer-Formular. Sie können das! Lassen Sie sich nicht blockieren von den Formularen der Finanzämter. Für den Wechsel brauchen Sie auch keine Steuerberater. Das können Sie allein.

Schritt für Schritt zur neuen Steuerklasse:

  1. Sehen Sie in Ihrer Gehaltsabrechnung oder dem Steuerbescheid des vergangenen Jahres nach, welche Steuerklasse Sie haben.
  2. Reden Sie mit Ihrem Mann, Ihrer Partnerin, darüber, dass Sie in die 4 wechseln möchten. Sie brauchen für den Wechsel keine Zustimmung. Besser ist sie aber. Ist partnerschaftlicher.
  3. Drucken Sie sich das Formular aus: Antrag auf Steuerklassenwechsel
  4. Füllen Sie das Formular aus.
  5. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie bei Ihrem Finanzamt an. Die müssen Ihnen Auskunft geben (und tun das meist auch gern).
  6. Schicken Sie das Formular per Post an Ihr Finanzamt, oder gehen Sie dort mit dem Formular persönlich vorbei.

So überzeugen Sie Ihren Mann

Wie schon geschrieben: Ihr Mann oder Ihre Ehe-Frau muss nicht zustimmen. Der Wechsel zu Steuerklasse 4 geht einseitig. Anders sieht es aus, wenn Sie frisch verheiratet sind und von der Kombination 4/4 in die 3/5 wollen. In diesem Fall können nur beide Ehe-Partner wechseln.

Dennoch, hier nochmal gute Argumente für Steuerklasse 4:

  • Jeder zahlt Steuern gemäß seines Einkommens.
  • Sie verschieben Teile der Steuerzahlung nicht auf später.
  • Am Jahresende erwartet Sie keine böse Überraschung mehr, weil keine Steuer-Nachzahlung fällig wird.
  • Sie brauchen nicht mehr auf “kriegen-wir-was-wieder?” zu spekulieren.

 

Geldfrau-Tipp: Fragen Sie! Nur Mut!

Wenn Sie einen Steuerberater haben, und er oder sie Ihnen von einem Wechsel der Steuerklasse abrät, reden Sie mit ihm oder ihr. Steuern zahlen müssen Sie bei einer Erwerbstätigkeit ohnehin. Die Frage ist nur: Wann und in welchem Umfang. Darauf macht Steuerberaterin Benita Königbauer aufmerksam.

Sie rät zu einem Gespräch mit dem eigenen Steuerberater. Nach Ihrer Erfahrung denken viele Berufskollegen, dass ihre Mandanten erwarten, wenig Steuern zahlen zu wollen und am liebsten sehr spät. Klären Sie für sich, was Sie wollen, und nicht der Steuerberater denkt, was Sie wollen könnten:

Wollen Sie …

  • so spät wie möglich Steuern zahlen (Steuerklasse 3)
  • gegebenenfalls Steuern nachzahlen  (Steuerklasse 3)
  • mit Steuererstattung rechnen  (eher Steuerklasse 5)
  • auf Nummer sicher gehen? (Steuerklasse 4)

Geldfrau-Erfahrung: Ich zahle lieber gleich so viele Steuern, wie ich muss. Dann überrascht mich keine Nachzahlung. Nachzahlungen fühlen sich an, als würde einem mehr weggenommen, als es sein müsste.

Und: Steuer-Erstattungen fallen niedrig aus. Sie fühlen sich zwar an wie ein nachträgliches Weihnachtsgeld. Bedeuten aber, dass ich über das Jahr zu viele Steuern gezahlt habe, anstatt das Geld sinnvoller einzusetzen.

Wenn Sie keinen Steuerberater haben, können Sie auch im für Sie zuständigen Finanzamt anrufen. Die Beamten sind zur Auskunft verpflichtet. Sie geben auch in der Regel gern Auskunft. Trauen Sie sich. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Geldfrau-Turbo: Wenn Sie Mut tanken möchten und noch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Geld, schauen Sie doch mal bei den Geldfrau-Tutorials und meinem Workshop rein.

Achtung! Eltern- und Arbeitslosengeld ist höher mit Steuerklasse 4 oder 3

Wenn Sie Mutter werden möchten oder Arbeitslosigkeit droht, beschäftigen Sie sich unbedingt auch mit Ihrer Steuerklasse!

Die Basis für staatliche Leistungen wie Elterngeld, Arbeitslosengeld oder Krankengeld ist das Einkommen nach Abzug der Lohnsteuer. Je höher das Nach-Steuer-Einkommen, desto höher die staatlichen Leistungen. Je niedriger das Nach-Steuer-Einkommen, desto niedriger die Leistungen.

Mit Steuerklasse 3 erhalten Sie ein höheres Eltern- oder Arbeitslosengeld als mit Steuerklasse 5.

Wenn Sie also verheiratet sind und schwanger werden möchten oder sich Arbeitslosigkeit ankündigt, ziehen Sie einen Wechsel in die Steuerklasse 3 oder 4 in Betracht. Für 3 brauchen Sie die Zustimmung Ihres Partners, für Steuerklasse 4 nicht.

Mit 3/5 müssen Sie eine Lohnsteuererklärung abgeben, mit 4/4 nicht

Wer Kombi 3/5 wählt, muss für jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben. Mit Kombi 4/4 (mit oder ohne Faktor) brauchen Sie keine Steuererklärung einzureichen. Grund: Die Lohnsteuer wurde ja schon sehr genau berechnet und bezahlt. Auch Alleinerziehende und Singels sind nicht verpflichtet, eine Einkommenssteuererklärung abzugeben.

Ich empfehle dennoch eine Steuererklärung. Denn in den meisten Fällen erhalten Sie Geld vom Finanzamt zurück, wenn Sie eine Lohnsteuererklärung einreichen etwa, weil Sie oft auf Dienstreisen sind, außergewöhnliche Belastungen hatten oder Fortbildungskosten.

Und was ist, wenn Ehe-Leute beide …

… selbständig sind?

Dann werden Sie vom Finanzamt ohnehin aufgefordert, eine Steuervorauszahlung zu leisten, bezogen auf den Gewinn des Vorjahres. Die Steuerklasse spielt da keine Rolle.

… einer selbständig / freiberuflich ist und der andere angestellt?

Ähnlich wie oben. Der freiberuflich Arbeitende überweist eine Steuervorauszahlung, bezogen auf den Gewinn des Vorjahres. Der angestellt Arbeitende wählt am besten Steuerklasse 4 oder 5 (dann kriegt er/sie ehet etwas am Jahresende wieder) oder 3 (dann wird er/sie eher nachzahlen müssen).

Rundbrief

Garantiert kein Spam.

I agree to have my personal information transfered to GetResponse ( more information )

Wichtige Links

Formular für Wechsel der Steuerklasse vom Bundesfinanzministerium (oder hier)
+ So wechseln Sie als werdende Eltern die Steuerklassen – möglichst fix!
+ Der Steuerklassenwechsel bürokratisch korrekt vom Bundesministerium beschrieben.
+ Pointierter Artikel der alleinerziehenden Autorin Mirna Funk zum Thema Steuergerechtigkeit und Kinder: Gebt uns, was uns zusteht!

Steuerberaterin Königbauer antwortet auf Leser’innenfragen:

 

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Das sagen Sie dazu

Christoph Schwarz
0

Nicht Mal dir Hälfte von 2500, sagen wir 1350… Omg.

Miko
0

Hallo. Bitte noch beachten, dass das Nettoeinkommen Grundlage für eventuelles Arbeitslosengeld ist. Wenn also der Besserverdienende Ehepartner arbeitslos wird und in Steuerklasse IV ist, ist das für die Höhe des ausgezahlten Arbeitslosengeld nachteilig. Gruss. Miko.

    Geldfrau
    0

    Lieber Miko,
    wichtiger Punkt, dann sollte der arbeitslos Werdende in Steuerklasse 3 wechseln. Das habe ich auch geschrieben, steht wohl etwas versteckt.
    Danke für’s Extra-Betonen!

Oli
0

Hey,
ich glaube bei dem Absatz über Elterngeld ist was durcheinander geraten:
Du schreibst:
———–
Je höher das Nach-Steuer-Einkommen, desto höher die staatlichen Leistungen. Je niedriger das Nach-Steuer-Einkommen, desto niedriger die Leistungen.

Mit Steuerklasse 3 erhalten Sie ein höheres Eltern- oder Arbeitslosengeld als mit Steuerklasse 5
—————
Es ist genau umgekehrt würde ich meinen , 3= hohe abzüge->niedriges nach-steuer-einkommen -> niedrige Leistungen

mfg
Oli

    Oli
    0

    Ups sorry mein Fehler, hab selbst 3 und 5 verwechselt 😀

    Geldfrau
    0

    Hi Oli,
    jaja, die Steuerklassenzahl 🙂
    Musste beim Schreiben auch aufpassen, da nix zu verwechseln.
    Genau aber auch aus diesem Punkt ist es wichtig, sich (mal wieder) mit seiner Steuerklasse zu beschäftigen.

Kati
0

Liebe Geldfrau,
danke für den Artikel. Wir haben auch 4/4, weil mein Mann das so wollte (er verdient mehr). Ich hätte mich am Anfang auch auf die 5/3 “eingelassen”, aber er hat mich überzeugt und es ist echt besser so. Ausserdem besteht dann immer noch die Chance einer Steuerrückzahlung und das Geld ist dann “extra” und nicht unterjährig schon verbraten 🙂

Viele Grüße

    Geldfrau
    0

    Guter Mann! Gute Wahl. ?

Lilly
0

Hallo, ein wichtiges und richtiges Thema. Ich habe vor einem Jahr meinen Mann um den Wechsel in 4/4 gebeten. Seit kurzem habe ich nun StKl 2, denn diese Bitte hat ihn vollends aus der Fassung gebracht und mich zum Nachdenken und Handeln. Nun liegt alles in meiner Hand, ich kann meine Gelddinge allein regeln und es geht mir damit sehr viel besser!

    Geldfrau
    0

    Danke Lilly für diesen Kommentar. Was für eine Entscheidung! Vom Wunsch, von 5 in Stkl. 4 zu wechseln, dann die Stkl. 2 für Alleinerziehende zu wählen … Hut ab! Geldgespräche können wie ein Katalysator sein. Und Ihnen scheint es gut damit zu gehen. Sehr schön!

Jonas
0

Hallo, ich verstehe nicht, warum man mit 3/5 keine Steuern sparen können soll. Mir fehlt das Argument. Ich zahle doch auf höhere Gehälter auch höhere Steuern. Insofern werden doch durch das Werfen in einen Topf und teilen durch zwei einige Euros vom höheren Gehalt zum niedrigeren verschoben. Diese werden dann niedriger besteuert. Hier fehlt mir das große Gegenargument. Warum war das 1950 anders?

Weiterhin frage ich mich, ob es ernsthaft Ehepaare gibt, in welchen der Kerl/Großverdiener sich die Steuerklasse 3 nimmt und den Gewinn einfach einstreicht?! Finde ich komplett abstrus. Mein Plan (noch wurde nicht geheiratet) wäre zu schauen ob sich 3/5 rechnet und dann erstens das niedrigere Gehalt mit dem Gewinn wieder auszugleichen und mit dem Rest etwas sinnvolles anzustellen (beispielsweise anlegen als Rentenrücklage für denjenigen der in Teilzeit arbeitet, da er sich um die Kinder kümmert). Das geht auch prima, wenn man sonst getrennte Konten führt.

    Geldfrau
    0

    Lieber Jonas,
    Hier kommt das Argument:
    Was Sie ansprechen ist das Ehegattensplitting. Das wirkt klar bei 3/5 genauso wie bei 4/4. Das Splitting senkt die gemeinsame Steuerlast.
    Die Steuerklassen-Kombination wiederum verteilt diese gemeinsame Steuerlast unter dem Jahr unterschiedlich. Und das ist der von mir angesprochene Punkt.

    Als Ehepaar sparen sie Steuern durch das Splitting, nicht durch die Steuerklasse.
    Und ja, es gibt Paare, wo der Höherverdienende das höhere Nettoeinkommen durch Stkl. 3 einstreicht, ohne es zu teilen. Es ehrt Sie, dass Sie das abstrus finden. Geht mir auch so.

    Und zu 1950. Da durften Ehe-Frauen nur mit Zustimmung ihres Ehe-Mannes einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Alles klar ?

Stephan
0

Wir sind bisher in 4/4. Ab jetzt bezieht meine Frau Elterngeld (2 Jahre) und wir wollen zum 1.1.18 in 3/5 wechseln. Dass dann eine Steuernachzahlung kommen kann ist klar, wir werden den „Gewinn“ auch sauber teilen.
Kernfrage: zumindest in der Zeit des Elterngelds macht es doch auf jeden Fall Sinn, in 3/5 zu wechseln, oder?

    Geldfrau
    0

    Lieber Stephan,
    nicht wirklich. Ich sehe nicht den Vorteil, auf 3/5 zu wechseln.
    Vermutlich würde auf Sie eine SteuerNACHzahlung zukommen. Auf jeden Fall müssen Sie mit 3/5 eine Steuererklärung abgeben. (wozu ich aber immer rate, weil sich über das Jahr Abzüge sammeln können wie Fortbildungskosten, Fachbücher, Fahrtkosten zur Arbeit etc., die die Steuer mindern).
    Steuern sparen geht nur für Großverdiener über Steueroasen, nicht für uns Normalsteuerbürger’innen 🙂 durch die Wahl der Steuerklasse.

Funnika
1+

Vielen, vielen Dank für den tollen Artikel! Intuitiv ist mir klar gewesen, dass 4/4 das “bessere” Modell ist. Mir fehlten nur bisher die hieb- und stichfesten Argumente. Jetzt nicht mehr ;).

    Geldfrau
    0

    Boah! Was für ein schönes Kompliment, Annika. Das werde ich mir als Motivation an die Wand heften. DANKE sehr!

JOHn
1+

Kleine Ergänzung, während für die anfallende Steuer die Wahl der Steuerklasse keinen endgültigen Einfluss hat, die Jahreserklärung im Fall von 3/5 ist zwingend! Kann es für die unterjährige Liquidität von Vorteil sein dennoch 3/5 zu wählen, das BMF hat hierzu eine praktische Übersicht erstellt:

Bundesfinanzministerium

Übrigens ist es schlichtweg falsch zu behaupten,Stkl. 4 führe dazu, dass die Partner “wie Singles” behandelt werden. Sie bleiben rechtlich bei Zusammenveranlagung, die für den Splittingtarif maßgeblich ist, Gesamtschuldner der Steuer. Frei nach dem Motto mitgehangen, mitgefangen.

Wer allerdings seiner besseren Hälfte nicht vertraut oder eine vorrangige Risikobetrachtung anstellt, sollte gleich Einzelveranlagung wählen. Dann steht er nur für die eigenen Pflichten bzw. Steuerschulden ein.

    Geldfrau
    0

    Lieber John,
    Sie klingen, als wären Sie Steuerberater … oder Anwalt?
    Auch diesen Berufsgruppen hilft: Blog-Artikel gründlich lesen. Der Link, den Sie empfehlen, steht am Ende meines Artikels unter “Weitere Links” 🙂 Und wie viele Steuerschuldner’innen nutzen wohl die unterjährige “Liquidität” und legen Sie teilweise beiseite, um die tatsächlich zu zahlenden Steuern begleichen zu können? Mir geht es hier um einen guten Geldumgang. Für mich ist das “unterjährige Liquiditätsargument”, das ich nur von Steuerberatern kenne, eine Milchbubenrechnung. 🙂
    Außerdem: Was nützt Frauen oder den Geringverdienenden dieses vorübergehende Mehr, wenn es der Höherverdienende auf seinem Konto einstreicht und nicht teilt – die noch fehlenden Steuern aber beide zahlen müssen?

    Wegen meines “Singel”-Vergleiches und der Zusammenveranlagung – steht alles korrekt im Artikel. Aber danke, dass Sie nochmals darauf hinweisen, dass Ehe-Paare Gesamtschuldner der Steuern sind. Genau deshalb ist es sinnvoll, für Frauen die 4/4 zu wählen.
    Frohe Grüße!

sbobet
1+

Hallo. Vielen Dank für den umfassenden Artikel.Ich mag Deine Webseite!

David
1+

Ich finde den Artikel recht umfänglich, aber eine Sache verstehe ich nicht: Wenn man durch 3/5 faktisch keine Steuern spart, wozu gibt es die Möglichkeit dann eigentlich?

    Geldfrau
    0

    Lieber David,
    Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch gestellt und mit anderen diskutiert habe. Das Steuern verschieben hatte wohl zu irgendeiner Zeit mal viele Befürworter. Außerdem könnte man zu dem Schluss kommen, im Zusammenspiel mit dem Ehegattensplitting, dass Frauen nicht gerade Lust gemacht werden sollte, ihr eigenes Geld zu verdienen. Diese Schlussfolgerung drängt sich zumindest auf.
    Was meinen Sie?
    Und sorry für die Länge des Artikels. Im Steuerrecht ist so vieles nicht einfach kurz abzuhandeln.

    David
    1+

    @Geldfrau
    Normalerweise bin ich kein Freund von Verschwörungstheorien. Aber es ist durchaus auffallend, dass Ehepaare durch das Splitting nur dann Steuern sparen können, wenn einer der beiden deutlich weniger verdient als der andere (was wohl mehrheitlich Frauen sein dürften). Und dazu dann noch die gehypte 3/5 Kombination, die in den allermeisten Fällen nichts bringt und das Gefälle der Einkommensunterschiede künstlich größer darstellen lässt, als es eigentlich der Fall ist.

    Also ja, vielleicht ist an ihrer Theorie wirklich was dran, dass man bei der Einführung der Steuerklassen 3/5 und beim Splitting absichtlich darauf gepocht hat, Frauen klein zu halten.

    Die Länge des Artikels habe ich übrigens gar nicht kritisiert. Mit “umfänglich” wollte ich eigentlich ein Lob ausdrücken 🙂

Ivonne
0

Hallo,
wir haben 3/5 und ich bin der Meinung, wir haben mehr davon. Wir bekommen jedes Jahr nach der Steuererklärung 200 bis 300 Euro raus, wir sind nun 9 Jahre verheiratet und mussten nie etwas nachzahlen.
Vor der Ehe hatten wir 1.400 raus bekommen, mehr ging einfach nicht lt. Steuerberater. Wenn ich das auf den Monat runter rechne wären das 116 Euro. Durch die Verteilung auf 3/5 hat mein Mann aber 250 Euro pro Monat mehr und das wären wiederum aufs Jahr gerechnet 3.000 Euro, die wir aber nie raus bekommen würden, so gesehen haben wir 1.600 Euro mehr im Jahr.
Oder würden wir jetzt, wenn wir zur 4/4 wechseln, durch die Ehe dann 3.000 raus bekommen? Dann würde ich auch wechseln.
Muss aber auch erwähnen das ich bis 2016 immer nur einen Minijob mit max. 400 €/ Monat hatte. Jetzt, wo ich ca. die Hälfte vom Einkommen (Teilzeit) wie mein Mann habe, bekommen wir trotzdem 200 jedes Jahr raus.

    Geldfrau
    0

    Hallo 🙂
    interessante Zahlen. Interessant vor allem, dass Sie Steuern erstattet bekommen. Als Minijobberin zahlen Sie ja gar keine Steuern und die Steuerklasse ist egal. Wenn Ihr Mann dann St.kl. 3 hat und Sie am Jahresende dennoch Steuern zurückerhalten, ist das für mich nur durch das Ehegattensplitting zu erklären.
    Und nicht immer muss bei 3/5 nachgezahlt werden. Es ist nur häufiger der Fall.

    Dass Sie mit Teilzeitjob als Familie ähnlich viele Steuern erstattet bekommen wie mit Minijob wundert mich ein wenig. Aber ich kenne die Details Ihrer Steuererklärung nicht und bin keine Steuerberaterin 🙂

    Mir ist allerdings nicht ganz klar, was Sie mit “raus bekommen” meinen. Sie zahlen ja immer die Steuern gemäß Ihres Einkommens. Und mit 4/4 zahlen Sie genauso viele Steuern wie mit 3/5, nur werden sie übers Jahr anders verteilt.

    Beste Grüße!


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