Steuererklärung leicht gemacht - mit Software und Routine

Steuererklärung? Wer muss, wer darf, wer sollte eine Steuererklärung abgeben?

5. Feb 2018

Jedes Jahr bin ich froh, wenn die Steuererklärung weggeschickt ist. Per “Sende-Button” meines Lohnsteuerprogramms. Die Erklärung mache ich seit Jahren selbst, ohne Steuerberater’in.

Als Freiberuflerin muss ich eine Steuererklärung abgeben. Tue ich das nicht, würde das Finanzamt meine Einkünfte, also meine Steuerschuld, schätzen – und ich würde ziemlich sicher draufzahlen.

Wie ist das bei Ihnen? Müssen Sie auch eine Lohnsteuererklärung abgeben? Oder machen sie die freiwillig? Und: Kennen Sie die Frist, bis zu der Sie die Steuererklärung abzugeben haben? Mit und ohne Steuerberater’in?

Steuer-Software hilft bei der Steuererklärung

Das deutsche Steuerrecht gehört zu den kompliziertesten der Welt. Dennoch kann jede und jeder seine Steuererklärung auch ohne Steuerberater’in erledigen. Spezielle Computer-Programme helfen dabei selbst-erklärend und sehr übersichtlich.

Ich nutze beispielsweise die WiSo-Steuersoftware. Und Elster, das Portal der Finanzbehörden.

Wer muss, darf oder sollte eine Steuererklärung abgeben?

Viele von uns sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben; manche dürfen sie abgeben, wenn sie das möchten. Das aber sind nicht viele. Die Mehrheit ist tatsächlich zur Abgabe der Steuererklärung an das zuständige, örtliche Finanzamt verpflichtet.

Grob gesagt muss dann eine Steuererklärung gemacht werden, wenn das Finanzamt davon ausgehen könnte, dass die Steuerpflichtigen noch nicht die Steuer komplett an den Staat gezahlt haben, die sie zahlen müssten mit alle Einkünften.

Wer darf?

  • Angestellte mit Steuer-Klasse 1 oder 4 dürfen freiwillig eine Erklärung abgeben.
    Aber nur, wenn sie …
    … keinerlei zusätzlichen Einkünfte haben
    … nur einen Arbeitgeber haben
    … keine Freibeträge eingetragen sind
  • Geringverdiener mit einem Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags von 8.820 Euro für Singles, 17.640 Euro für Verheiratete

Wer muss?

  • Ehe-Paare mit Steuerklassen-Kombination 3 und 5
  • Ehe-Paare mit Steuerklassen-Kombination 4 mit Faktor
  • Angestellte mit zusätzlichen Einkünften von mehr als 410 Euro pro Jahr – z.B. aus der Vermietung einer Wohnung, Pachteinnahmen, Rente, Kapitalerträge wie Dividenden, Zinsen
  • Wenn Sie mehr als 11.000 € als Single oder 20.900 € als Paar verdienen, und ein Freibetrag eingetragen wurde, für Fahrtkosten zur Arbeit, Kinderbetreuungs- oder Ausbildungskosten z.B.
  • Wer mehrere Arbeitgeber hat
  • Bei Bezug von steuerfreien Entgeltersatzleistungen von über 410 Euro im Jahr – z.B. Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Altersteilzeitzuschläge
  • Wer geschieden wurde und im selben Jahr wieder geheiratet hat
  • Selbständige, Gewerbetreibende, Freiberufler

Wer sollte?

  • alle 🙂

Auch, wenn Sie nicht verpflichtet sind, lohnt es sich fast immer, eine Steuererklärung abzugeben. Wie das Statistische Bundesamt errechnet hat, erhielten im Jahr 2017 fast 90 Prozent derjenigen, die eine Erklärung abgegeben hatten, Geld vom Finanzamt zurück. Fast 90 Prozent! Im Schnitt rückerstattete das Finanzamt 935 Euro. Ein hübsches Urlaubsgeld. 🙂

Rückwirkende Steuererklärung – bis 2014

Wer freiwillig eine Erklärung abgibt, kann dies bis zu 4 Jahre rückwirkend tun. Wenn Sie sich also jetzt entscheiden, doch noch ihre Steuererklärungen abzugeben, könnten Sie zurückgehen bis zum Jahr 2014! Ein Versuch ist es Wert. Zumal völlig risikolos.

Sehen Sie sich dazu unbedingt das folgende Interview an, das ich mit Steuerberaterin Benita Königbauer geführt habe. Da sind wichtige Infos im letzten Teil für all jene, die freiwillig die Steuererklärung abgeben wollen 🙂

Keine Abgabe trotz Pflicht? Die Steuerberaterin antwortet

Das sei nicht wirklich eine clevere Idee, sagt die Münchner Steuerberaterin Benita Königbauer, zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet zu sein und nichts abgeben …

Mit ihr habe ich über die Steuerklassen-Kombination 3 und 5 für Ehe-Paare gesprochen. Wer diese Steuerklassen-Kombination gewählt hat, muss eine Steuererklärung einreichen. Für verheiratete Frauen ist diese Steuerklassen-Kombi eher ungünstig. Auch darum geht es im folgenden Interview und was passieren kann, wenn Erwerbstätige keine Erklärung abgeben …

 

Noch mehr Infos

+ Fristen – bis wann Erklärung einreichen? Kompakte Auflistung der Steuerhelden
+ Fristen-Rechner – persönliche Frist der Abgabe errechnen

Artikel-Foto: Kamboopics
Rundbrief? 🙂

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Das sagen Sie dazu

Helga

Liebe Dani,
recht vielen Dank für die Ratschläge. Im Moment bin ich als Freelancerin tätig, und habe einige Stolpersteine bei der Steuererklärung. Wegen des Spagats zwischen Familie und Arbeit habe ich nicht genug Zeit, die Fragen beim örtlichen Finanzamt zu klären. Eine fachliche Beratung würde bestimmt Hilfe leisten.

    Geldfrau

    Liebe Helga,
    das Finanzamt ist allerdings günstiger. Es ist verpflichtet, dir gratis Auskunft zu geben. Und Zeit kostet beides: zum Steuerberater zu gehen oder beim Finanzamt anzurufen. Schätze, du bist mit einem Anruf beim FA schneller. 🙂


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