Finanz Crash - so bereiten Sie sich darauf vor

Keine Angst vor dem nächsten Finanz-Crash. Wer sich um sein Geld kümmert, ist vorbereitet.

23. Okt 2018

Ja, der Crash. Der Finanz Crash. Er scheint zu kommen, jedenfalls nimmt die Schlagzahl in den Medien zu. Die bangen Fragen häufen sich: Wann kommt der nächste Finanz Crash? 2020? Oder schon dieses Jahr? Wird er schlimmer als der jüngste, also der von 2008? Die Crashpropheten drängeln sich nach vorn.

Dass der nächste Crash kommt, liegt auf der Hand. Allein schon deshalb, weil die Regierungen weltweit die reinigende Wirkung der Krise 2007/8 nur in geringem Umfang genutzt haben. Stattdessen setzten sie massiv Geld ein, um die Ursachen zu übertünchen und die Verursacher auszuzahlen.

Wann kommt der nächste Finanz-Crash?

Die Frage ist deshalb berechtigt. Selbst, wenn man wie der Investmentbanker Steve Eismann, der Crashprophet der jüngsten Vergangenheit schlechthin (The Big Short), derzeit keine Anzeichen sieht.

Denn: Finanzkrisen, Bank- und Staatspleiten gehören zum Finanzsystem dazu wie Monsterwellen im Ozean. Weil Kreditinstitute sich selbst zur Finanzindustrie erhöhen, unkontrollierbare Risiken eingehen und sich Produkte ausdenken wie verbriefte Kreditpakete oder Nahrungsmittelspekulationen, die nur eine braucht: die Finanzindustrie selbst. Der Wirtschaft und Allgemeinwohl dienen sie nicht.

Crash 2.0? Keine Ahnung!

Wie das aber bei Ereignissen in der Zukunft ist: Sie sind nicht vorhersehbar. Das ist bei Finanzkrisen, Staatspleiten oder Burn-Out genauso.

Deswegen brauchen Sie nicht in Angstzustände zu verfallen oder lähmende Schockstarre. Beides macht anfällig für Verkäufer’innen, die Sicherheit in der ganz normalen Unsicherheit verkaufen. Als Rettungsanker. Als sicheren Hafen. Freilich immer, wirklich immer, für viel Geld, versteht sich.

Gut vorbereitet muss niemand Angst haben. Respekt ja, denn jeder Crash ist anders. Aber keine Angst.

Vorbereitet sein heißt dabei nicht, Gold, Schnaps, einen Gaskocher, hunderte Konserven und anderen Überlebenskram im Keller zu horten. Geht auch. Geht aber einfacher.

Geordnete Finanzen schützen vor Crash-Folgen

Bricht sich ein Finanz Crash Bahn, leidet eine ganze Nation. Freilich unterschiedlich stark.

In Finanzkrisen gehen Firmen pleite oder erhalten weniger Aufträge. Menschen werden arbeitslos. Firmen- und auch Bankenanleihen werden nicht zurückgezahlt. Anleger’innen erleiden hohe Verluste. Außerdem fallen Kurse von Aktien und Anleihen brachial, wodurch Vermögenswerte sinken.

Die Regierung legt Konjunkturprogramme auf, was höhere Staatsschulden zur Folge hat und sinkende Budgets für Bildung, Soziales und Kultur.

Kurz: Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz und damit ihr Einkommen, Vermögenswerte brechen ein, staatliche Leistungen werden gekürzt.

Das führt zu Druck auf die persönlichen Finanzen, mal mehr, mal weniger existentiell.

Das können Sie für sich tun

1  Sorgen Sie für sich selbst, damit Sie gesund bleiben, körperlich wie seelisch.

2  Investieren Sie in sich selbst. Menschen, die sich fortbilden und Freude daran haben, Neues zu lernen, finden schneller wieder einen Job. Das muss nicht beruflich sein. Auch für sich privat Neues zu entdecken bringt Sie weiter.

Außerdem: Das, was Sie in sich selbst investiert haben, kann Ihnen niemand wegnehmen. Ein absolut sicheres Investment.

3  Halten Sie die regelmäßigen Ausgaben so niedrig wie möglich. Das sind die Ausgaben, um die Sie monatlich nicht herumkommen. Dazu zählen Miete, Nebenkosten, private Mobilität, Versicherungen, Krankenkasse, Kinderbetreuungskosten … Wenn Sie diese Ausgaben ganz bewusst klein halten, bleiben Sie in der Krise flexibel.

Brauchen Sie wirklich ein Auto? Muss die große, teure Wohnung sein? Was ist mit den Versicherungen – alle notwendig, alle aktualisiert?

4  Kennen Sie Ihre unregelmäßigen Ausgaben. Also, was Sie monatlich für welche Lebensmittel ausgeben, Mobilität, den Urlaub, Restaurantbesuche, Kleidung, Telekommunikation, Medien, Kosmetik, Kinderspielzeug, Vereine … Wenn Sie hier den Überblick haben, können Sie sofort reagieren und Ausgaben kürzen.

5  Pflegen Sie Ihr handwerkliches Geschick. Dann müssen Sie nicht auf teure Dienstleister zurückgreifen. Sie können sich selbst helfen. Oder anderen.

6  Legen Sie finanzielle Rücklagen an. Wenn Sie 3 bis 6 Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto liegen haben, lassen sich gut einige Monate überbrücken. So ein Sicherheitspuffer ist ein Must have!

Und sollte es richtig kriseln, haben Sie hoffentlich einige Tausend Euro Bargeld im Haus. Denn wenn Ihre Bank wirklich in Zahlungsschwierigkeiten ist, sind keine EC-Zahlungen, keine Überweisungen und kein Bargeld abheben mehr möglich.

7  Bauen Sie eigenverantwortlich Vermögen auf, meiden Sie Bankproduktverkäufer (zu oft noch Bankberater genannt). Zum Beispiel mit ETFs, Aktien, Immobilien. Und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Gesetzliche Rentenversicherung, eine Betriebsrente und womöglich private Rentenversicherung.

Wenn Sie Ihr Geld selbst investieren, haben Sie eine viel größere Kontrolle über Ihr Vermögen und haben sich auch mit den Auf und Abs von Wirtschaft und Gesellschaft auseinander gesetzt. Dadurch verstehen Sie besser, wie Rezessionen entstehen und was auf sie folgt. Denn Angst macht uns das, was wir nicht kennen.

8  Pflegen Sie die Familie, Freundschaften und eine gute Nachbarschaft. Kommt es hart auf hart helfen Ihnen die Menschen, denen auch Sie geholfen oder die Tür geöffnet haben. Zu denen Sie verbindlich sind. Die Integration in eine soziale Gemeinschaft mit Geben und Nehmen kann uns in schlimmen Wirtschaftskrisen über Wasser halten.

 

Mitten hinein in den Crash

+ Dirk Müller  Wir werden einen größeren Einbruch sehen als nach der Finanzkrise
+ Friedrich & Weik  Vor der Finanzkrise ist nach der Finanzkrise
+ Sarah Wagenknecht  Analyse der Finanzkrise
+ Carmen Reinhart & Kenneth Roghoff  Diesmal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen

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