Sparen im Alltag - mit den Geld-Hacks der Geldfrau

Geld-Hacks to go: 12 gewitzte Ideen für lässiges Sparen

28. Sep 2017

Sonnabends. Mein Einkaufstag! Ich gehe auf den Wochenmarkt in meinem Kiez. Dieses pralle und bunte Angebot an Gemüse und Obst – ich liebe das. Dazu der Duft von Frische. Das sauge ich auf und freue mich daran.

Möglichst vor 11 Uhr. Warum? Weil der Markt dann ziemlich leer ist und ich nicht anstehen muss und ich somit Zeit für Anderes habe.

Das ist mein wichtigster Hack beim Sparen im Alltag: Antizyklisch einkaufen.

1.  Gegen die Masse shoppen – antizyklisch

Wie ich das mache? Zeitlich und dinglich.

Zeitlich gehe ich möglichst dann einkaufen, wenn “die Masse” noch nicht da ist – oder schon wieder weg. Das spart vor allem viel Zeit. Und Geld, wenn die Markthändler zum Beispiel kurz vor Schluss vieles zum halben Preis losschlagen.

Dinglich kaufe ich saisonale Gebrauchsgegenstände, wenn die Saison vorbei ist.

Wintermäntel und Stiefel kaufe ich z.B. immer im Frühjahr, Sommerkleider im Herbst. Kurz vor dem Schlussverkauf oder kurz nach Start. Gut, dann ist die Auswahl niedriger. Aber – was soll’s? Vieles ist preislich deutlich günstiger – gerade hochwertige Kleidung.

Für einen guten Mantel zahle ich dann statt 250 € “nur noch” etwa 150 €. Erfolgreiches Sparen im Alltag!

Ich pflege und behandle meine Kleidung dazu sorgfältig. Nicht jedes Frühjahr ziehe ich los für einen neuen Wintermantel. Bewusst nicht. Mir reichen zwei Mäntel, und ich ersetze einen erst, wenn er unansehnlich geworden ist.

Trendsetting ade! Okay. Brauche ich nicht. Irgendwie kaufe ich auch nie Sachen, die gerade neu herauskommen. Ich warte. Geduldig. Bis sich die Preise an den trendigen Massen ausgetobt haben.

Gerade mit diesem antizyklischen Einkaufen halte ich viel Geld zusammen.

2.  Wenig und Qualität statt Viel und Billig

Ich meide Billigwaren. Billig hält nicht lang und beutet im Herstellungsprozess oft Mensch und Umwelt aus.

Beispiel Werkzeug: Ein Kreuzschlitz- Schraubendreher von unter einem Euro dreht im Zweifel nach wenigen Einsätzen durch. Dann muss ich wieder einkaufen gehen. Wieder und wieder. Ein hochwertiges Werkzeug dagegen hält Jahrzehnte! Es funktioniert auch besser.

Der Schriftsteller Oscar Wilde hat einmal geschrieben:

Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.

Den Wert der Dinge zu ergründen – für sich und die Gesellschaft – hilft bei Konsumentscheidungen und gegen Gelegenheitskäufe. Und zwar bei allem – ob Möbel, Kleidung, Spielzeug, Auto, Lebensmittel, Reisen, Einrichtung.

3.  Fahrrad und Bahn statt Auto

Statt Auto nehme ich den Wind im Haar. Ich fahre Fahrrad. Erspart mir in der Großstadt das Staugefühl und die Parkplatzsuch-Hasserei.

Wir haben uns bewusst gegen ein Auto entschieden – und für Car-Sharing. Oder wir mieten ein Auto über das Wochenende, wenn es nicht anders geht. Sonst Zug.

Natürlich war und ist das nicht immer bequem. Auch der Teenie mault. Aber was soll’s.

Wer sich einmal die Rechnung vollständig (!) aufgemacht hat, was das Besitzen und Unterhalten eines Autos kostet – auch an Nerven und Zeit -, der weiß, warum wir mitten in Hamburg gut auf diese Ausgaben und Verpflichtungen verzichten können. (Nur manchmal, wenn im Zugabteil der bärtige Mann im Janker schräg hinter mir sein Mettbrötchen mit Zwiebel auspackt, bereue ich unsere autofreie Haltung. Ich zücke dann anfallsgleich ein Parfüm-Probier-Fläschchen, das ich genau für solche Stinküberfälle immer bei mir trage, und denke an Loriot. Dann geht’s wieder.)

Gespart im Alltag: monatlich mehrere Hundert Euro – unsere Mobilitätskosten schon herausgerechnet.

4.  Regional, saisonal, frisch – meins

Gähn! Langweilig. Kennen Sie schon. Klar, dass das Geld spart, regionales Gemüse zu kaufen, weil es nicht so weit transportiert werden muss. Und es auch dann zu kaufen, wenn es jahreszeitlich erntereif ist. Schmeckt auch besser.

Das alles wissen Sie. Nur – was tun Sie mit diesem Wissen? Ein kluger Mensch hat mal gefragt:

“Handelst Du danach, was Du weißt?”

Eben. Und auch wenn Sie es womöglich nicht mehr hören können: Wer regionales, saisonales Gemüse konsumiert, verplempert sein Geld nicht.

5.  Im Supermarkt: Kilopreis statt Verkaufspreis

Das ist eine kleine und unterschätzte Sache beim Sparen im Alltag. Ich nutze das erst seit einem Jahr konsequent. Es hat mir schon einiges Geld freigesetzt.

Wenn ich ein Standardprodukt wie Dosentomaten kaufe – und die kaufe ich oft -, sehe ich mir immer den Kilopreis an, statt allein den Verkaufspreis. Und entscheide danach. Die Unterschiede sind teils enorm, ob ich eine 400 g Dose kaufe oder eine 270 g Dose. Der Kilopreis ist bei der 270 g Dose höher. Also greife ich zu der 400 g Dose, weil ich sowieso viel koche.

6.  Geh’ mir weg mit Fertiggerichten

Fertiggerichte stehen nicht auf meiner Einkaufsliste – mal abgesehen von hin und wieder mal Pizzateig, Fischstäbchen und – sehr, sehr selten – fertigen Hefeklößen. 🙂

Warum? Weil ich den Herstellern nicht traue. Ich unterstelle den meisten, dass sie minderwertige Zutaten verwenden und ihre Produkte dazu noch hochpreisig verkaufen. Und Minderwertiges möchte ich nicht in mich hinein schaufeln.

Klar kann ich den Einwand nachvollziehen, sich nach einem anstrengenden Tag nicht auch noch langwierig kochen zu wollen, wenn gleichzeitig womöglich zwei Kinder herumspringen. Und dann wird es eben ein Fertiggericht, aufgewärmt in der Mikrowelle oder im Ofen.

Für mich gehört Kochen zum Tag dazu, zum Zuhause-sein. Ich koche abends (manchmal auch mein Mann), nichts Aufwändiges, dafür gern viel. Dann hat der Teenie noch etwas am nächsten Tag zum Mittagessen – und ich auch.

Mir tut das gut, das kochen. Selbst wenn es schnell gehen muss. Und ich weiß deshalb auch, was gute und minderwertige Zutaten kosten.

Essen ist unsere Energiequelle Nummer 1. Und ich will wissen, soweit es geht, was ich esse. Bei Fertiggerichten weiß ich das nicht. Also: Geh’ mir weg damit!

7.  Gehkaffee selber kochen und eintüten

Ich habe gerechnet. Seit diesem Tag, seit ich weiß, was mich mein morgendlicher Kaffee to go auf’s Jahr gesehen kostet, ist es damit vorbei.

Heute gönne ich mir – wenn überhaupt – pro Woche mal einen Gehkaffee. Und koche und fülle selbst meinen Cafe-To-Go-Becher.

Sparen im Alltag - mit diesen Geld-Hacks setzen Sie ordentlich Geld frei.

Warum 10 Monate? Ich habe vom Jahr einfach 2 Monate Urlaubszeit abgezogen.

8.  AirBnB ist mein Hotel

Letztens London. Sommerferien. Statt Hotel für drei mietete ich über AirBnB ein typisches, englisches Haus im victorianischen Stil mit Garten in Camden Town. Perfekt.

Wir tauchten ein in das Leben einer Frau, die hier mit ihrer Familie lebt und arbeitet, im Sommer aber im Ausland unterwegs ist. Deshalb vermietet sie ihr Haus. So konnten wir uns im Urlaub ein bisschen wie zuhause fühlen. Das schafft kein Hotel.

Die Unterkunft über AirBnB hat unsere Reisekasse um mindestens 600 € entlastet.

Gerade auch für kurzfristige Städtetouren oder Konferenzen miete ich gern über AirBnB. Mir gefällt diese Art des Reisens, des wo-anders-Seins. Unterwegs und doch irgendwie daheim. Dazu stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis, ich bin freier und habe eine viel größere Auswahl.

9.  3 – 2 – 1: ebay

Ich bin ein Second-Hand-Fan und deshalb gern auf ebay. Gerade, als mein Teenager klein war, habe ich viel über ebay gekauft (und auf Flohmärkten).

So viele gut erhaltene, hochwertige Anziehsachen werden auf ebay für wenig Geld als Kleiderpakete angeboten. Kinderwagen und Buggy habe ich so erstanden und ein Hochbett.

ebay ist auch ein fantastischer Second-Hand-Buchladen, genau wie Amazon, wo ich für ein gebrauchte Bücher nur wenige Euro zahle.

Das hilft beiden Seiten und schont Ressourcen: Der eine räumt auf, der andere bekommt etwas gut Erhaltenes zu einem günstigeren Preis. Und der Gegenstand wird erst weggeschmissen, bis er verbraucht ist.

Das Schöne daran ist auch: Wenn ich etwas Größeres verkaufte wie ein Regal oder eine Truhe, und es bei mir abgeholt wurde, hatte ich bisher das Glück, auf aufgeschlossene und interessante Menschen zu treffen, die mich ein bisschen in ihr Leben ließen, so wie ich sie in meines. Wie schön!

10.  Prozente nur selten im Restaurant

Ich esse gern und gehe gern Essen. Wein trinke ich aber nur selten im Restaurant. Nicht nur, weil ich nicht viel vertrage. Sondern auch, weil ein 0,2-Glas heute zwischen 4,50 € und 7 € kostet. Zwei Gläser davon ergeben den Preis meines Lieblingsweins.

Also pflege ich den Genuss und bestelle mal ein Glas Wein oder zwei 0,1-Gläser, um verschiedene Weine zu probieren. Ich verzichte dabei auf nichts, spare aber bares Geld, weil ich nicht ein Glas und noch eins trinke. Und ist der Appetit mal größer, öffne ich zuhause eine Flasche. Sparen im Alltag, so geht es.

11.  Selbst reparieren, selbst machen

Zugegeben, ich bastel gern. Deshalb repariere ich auch mein Fahrrad selbst, anstatt es zum Biker-Laden um die Ecke zu bringen. Das tue ich zwar auch ab und zu. Aber meistens mache ich mir die Finger selbst schmutzig und repariere das Loch im Reifen, ersetze die Klingel, den Sattel, tausche das Licht aus …

Oder wenn eine Naht am Kleid aufgeht, nähe ich es. Zum Abfluss reinigen hole ich meine Gummihandschuhe, nicht den Klempner. Das neu gekaufte Regal baue ich selbst zusammen, die Küche stelle ich mit Familie und Freunden auf, das Bad streiche ich mit Mann und Kind und die Festdecke für Weihnachten nähe ich fix aus einem roten Stück.

Das macht Spaß, trainiert meine Fähigkeiten und mehrt mein Geld auf dem Konto!

12.  Meine “Sparen im Alltag” Klugscheißerfrage: Brauche ich das wirklich?

Diese Frage hat mich schon vor vielen Fehlkäufen bewahrt. Gut, sie ist spießig. Und langweilig. Und eine Spaßbremse. Mir egal.

Denn: Wenn ich das Gefühl habe, dass ich etwas wirklich und genau jetzt brauche, und ich habe das Geld, dann kaufe ich es mir auch.

Aber ehrlich: So oft brauche ich nicht wirklich etwas. Mir hilft diese Frage gerade in schwachen Momenten zu unterscheiden, was wichtig ist, oder was ich gerade aus einer Laune oder Stimmung heraus zu konsumieren gedenke. 😛

 

Bei allen Geld-Hacks möchte ich eines aber niemals sein: knausrig oder geizig. Großzügig dagegen sehr gern.


Schlussgedanken

Über meine persönlichen Geld-Hacks denke ich im Alltag nicht groß nach. Sie haben sich komfortabel in meinem Unterbewusstsein eingenistet. Es gibt tausend Möglichkeiten, sein Geld sinnlos auszugeben.

Wir selbst haben es in der Hand; Sie haben es in der Hand, für was Sie Ihr Geld ausgeben. Und wenn Sie finden, da geht noch was, nutzen Sie meine Tipps zum Sparen im Alltag als Inspiration für Ihre eigenen.

Welche haben Sie? Welche Geld-Hacks? Einkaufsroutinen? Ich-geh-sparsam-mit-meinem-Geld-um-Tipps? Kommentieren Sie und teilen Sie Ihre Best-Off mit mir.

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