Schon in der Kindheit denken wie Millionäre?

Negative Glaubenssätze auflösen – mit der eigenen Geldbiografie

25. Jan 2018

20 Pfennig. 20 Pfennig bedeuteten mir als kleines Mädchen die Welt.

Sonnabend früh durfte ich bei unserem Bäcker an der Ecke Brötchen holen. Und Pfannkuchen. Diese fluffigen, kleinen, in Zucker gefallenen Teigstücke. Gefüllt mit Erdbeermarmelade. Fünf Stück für eine DDR-Mark. Das Paradies! 20 Pfennig für das Paradies.

Schöne Erinnerungen an Geld

Das ist meine erste Erinnerung an Geld. Eine rundherum positive. Und doch war meine Haltung gegenüber meinem später verdienten Geld nicht von positiver Energie geprägt, sondern von einer oberflächlichen, gelangweilten Distanz. Ich gestand Geld nicht besonders viel Aufmerksamkeit zu. Vermutlicher Grund: In der DDR galt Geld als ein aussterbendes Ding.

Sie erinnern sich?

So süß kann Kindheit sein - und positive Glaubenssätze auslösen.

Geld als Auslaufmodell

Im Kommunismus, der auf den Sozialismus folgt, hat sich Geld überholt. Da arbeitet jeder nach seinen Talenten und nimmt sich nach seinen Bedürfnissen. So einfach. So schön. So unrealistisch. (Private Schulden existieren in diesem System nicht.) Außerdem fehlte in der DDR dem Geld dieses Glamour-Image, sich alles kaufen zu können. Wir hatten ja nicht viel. Zu kaufen gab es schon gar nicht “alles”.

Warum also nach Geld streben? Vielleicht sogar nach Reichtum? Geld ist doch nicht alles und überhaupt – nicht wirklich wichtig!

Kennen Sie solche Selbsteinschränkungen im Kopf? Solche negativen Glaubenssätze bezüglich des Geldes? Frauen haben negative Glaubenssätze eher verinnerlicht als Männer. Warum das so ist, darüber reden wir zum Beispiel in meinen Geld-Workshop.

Aber auch Männer hegen teils einen enormen Widerwillen gegenüber Geld. Diese Gefühle zu hinterfragen, kann sehr viel bewegen. Auch ohne Therapeut’in.

Glaubenssätze erforschen: Was bedeutet Ihnen Geld?

Das meine Kindheit und die Gesellschaft, in der ich aufwuchs, einen derart prägenden Einfluss auf meine Geld-Haltung, meine Geldglaubenssätze, hat, wurde mir erst bewusst, als ich anfing, mich zu fragen, warum ich Geld gegenüber so wenig aufmerksam war. Ich fragte mich: Was bedeutet mir eigentlich Geld?

Haben Sie sich diese Frage auch schon gestellt? Sie ist gerade dann wichtig, wenn Sie das Gefühl haben, Ihnen rinnt Geld nur so durch die Finger. Sie können es nicht festhalten, sind womöglich verschuldet. Oder das andere Extrem: Sie haben Angst, Geld auszugeben, halten es fast zwanghaft zusammen. Das liegt sehr wahrscheinlich auch an Ihren Glaubenssätzen, an Meinungen über Geld.

Oder wenn Sie fast automatisch Sonnabends einkaufen gehen, zum Shoppen irgendwelcher Klamotten, mit denen Sie sich für die anstrengende Woche belohnen. Das schadet nicht nur Ihrem Geldbeutel, sondern auch Ihrem Selbstwertgefühl.

Schuldenfrei werden – dabei hilft die Geldbiografie

Wenn Sie schuldenfrei werden wollen, selbst wenn die Schulden durch Krankheit oder Scheidung entstanden sind, zahlt es sich aus, sich die Frage zu stellen: Was bedeutet mir Geld. Damit kommen Sie Ihrer Haltung zu Geld und Ihren erlernten Glaubenssätzen nahe. Um schuldenfrei zu sein und zu bleiben ist dieses Selbstgespräch ungemein hilfreich.

Das wird oft vergessen oder angesichts der erschreckenden Zahlen hinten angestellt. Dabei kostet das Nachdenken kein Geld und Sie können es tun, wann immer Sie wollen.

Wenn Sie im Selbstgespräch sind, dann stecken Sie mittendrin im Erkunden Ihrer Geldbiografie. Ich kann Sie dazu nur ermuntern. Nicht nur, wenn Sie schuldenfrei werden möchten. Sondern gerade auch dann, wenn Sie sich Ihren Finanzen zuwenden wollen, um besser mit Geld umzugehen oder um ein Vermögen aufzubauen.

Die Geldbiografie verrät Ihnen Ihre Glaubenssätze bezüglich des Geldes.

Geldbiografie und Glaubenssätze selbst erkunden

Die Wissenschaft hat längst bestätigt, dass die Art, wie wir mit Geld umgehen, immer durch die eigene Lebensgeschichte geprägt ist. Und in Kindheit und Jugend gelernt wird. Blockiert uns dieser gelernte Geldumgang und die unbewusst aufgenommenen Glaubenssätze, werden wir aus uns selbst heraus weder wohlhabend noch einen smarten Umgang mit Geld pflegen. Noch werden wir es schaffen, raus aus den Schulden zu kommen.

Unter den Begriffen “Mindset” und “Glaubenssätze” ist dazu schon massig geschrieben worden. In Büchern und im Netz. Ganze Heerscharen von Coaches verdienen damit ihre Millionen. 🙂 Stichwort: positive Geldenergie!  Sie brauchen aber erstmal nicht meterweise Bücher oder Blogs zu lesen.

Sie können allein loslegen und dann merken Sie schon, wie Sie zurecht kommen.

Weil es wichtig ist, sich die eigene Geldbiografie anzusehen, habe ich mich mit Dr. Birgit Happel unterhalten. Sie ist Soziologin, Referentin für Finanzbildung und Geldbiografin. Wir kennen uns vom Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz. Sich dem Ding Geld mit einem guten Gefühl zu nähern macht – na klar – Arbeit.

Die Geldbiografie und seine eigenen Glaubenssätze zu erkunden, ist manchmal auch schmerzlich, weil alte Erinnerungen hochkommen. Aber es lohnt sich. Sie werden davon mehr profitieren, als Sie denken und es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Raus aus alten Glaubenssätzen über Geld und schuldenfrei werden?

So gehen Sie vor:

Zappen Sie sich durch das Interview mit Geldbiografin Birgit Happel. (Auch wenn der Ton etwas wie Kai aus der Kiste klingt.)
Laden Sie sich meinen Geldbiografie-Zeitstrahl herunter. Dieser ist weder vollständig noch wissenschaftlich. Dafür kompakt und ein erster Schritt. Speichern und gern ausdrucken.
Holen Sie sich ein Blatt Papier und einen Stift (wichtig!) und antworten Sie spontan auf die Fragen in meinem Geldbiografie-Zeitstrahl.
Zurücklehnen, nachdenken, reflektieren. Mit einer guten Freundin oder einem Freund darüber reden. Eigene Schlüsse aus den Antworten ziehen. Umsetzen.

 

Geldfrau-Interview mit Soziologin Dr. Birgit Happel

 

Zeitstrahl mit Fragen für Geldbiografie

So können Sie sich Ihrer Geldbiografie näher und Ihren Glaubenssätzen

 

Spannende Links

+ Website von Dr. Birgit Happel geldbiografien.de und ihr Gastbeitrag “Ihre Geldbiografie: Der Schlüssel zum Zusammenspiel von Geld und Werten
+
Das Emotion-Magazin hat eine sehr gut nachvollziehbare Anleitung zur Biografiearbeit.
+ Und die wunderbare Vera Birkenbiehl mit Ihren klugen Worten zur “Psychologie der Normalität” sollten Sie sich bei Ihrer Arbeit an der Geldbiografie nicht entgehen lassen!

 

Und noch ein Buch für neue Geld Glaubenssätze

Dr. Petra Bock, eine der profiliertesten Business-Coaches Deutschlands, hat ein sehr gut zu lesendes Buch geschrieben.

“Nimm das Geld und freu dich dran. Wie Sie ein gutes Verhältnis zum Geld bekommen.”

Im Buch erklärt Bock auf rund 200 Seiten das Geheimnis des wahren Wohlstandes – der im Kopf beginnt, bei der Geld-Halunt). Sie geht ausführlich darauf ein, wie Sie Ihr finanzielles Selbstwertgefühl stärken können. Am Schluss macht sie Lust darauf, Wachstum als eine Form des Lebensstils zu verstehen.

Artikelfoto: Pezibaer @Pixabay
Foto 2: Pixabay
Rundbrief? 🙂

Garantiert kein Spam.

Ich stimme zu, dass der E-Mail-Dienst GetResponse ( mehr ) meine Daten verwaltet.
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Das sagen Sie dazu

Christoph Simon
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Ich bin ebenfalls ein großer Fan davon, die persönliche Geld-Auto-Biografie nieder zu schreiben und dann direkt damit zu arbeiten. Im Schreibprozess, gerade wenn ich diesen auch noch mit unbewusstem Schreiben unterstütze, so wie das z.B. Vera F. Birkenbihl immer mal wieder propagiert hat, ist der Erfolg noch nachhaltiger und wirksamer.
Danke für diesen wertvollen Beitrag zur Geldautobiografie.

    Geldfrau
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    Danke Simon!

Grundrecht Finanzbildung
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Tolles Thema aufgegriffen….
In meinen Augen ist es DAS alles entscheidende Finanzthema, was man zuerst angehen sollte.
Die Frage nach der richtigen Sparquote oder der passenden Anlage bringt einen nur geringfügig voran, wenn man seine limitierenden Geldglaubenssätze nicht auflöst.

    Geldfrau
    0

    Ja, so sehe ich das auch. 🙂


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